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Projektmanagement, Projekt, Software

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Donnerstag, 17.08.2017
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Mit der Scrum-Methode die Komplexität in Projekten durch Prämissen vereinfachen

Scrum (eng. Gedränge) ist eine Arbeitsmethode der agilen Software-Entwicklung, die von Ken Schwaber und Jeff Sutherland erstmals postuliert wurde. Die Autoren schreiben die Entwicklungen von Scrum im sogenannten „Scrum Guide“ kontinuierlich fort. Der Einsatz von Scrum geht von der Prämisse aus, dass Softwareprojekte, bedingt durch ihre ausufernde Komplexität, nicht durchgängig planbar sind. Die Vorgehensweise nach der Scrum-Methode versucht daher die Komplexität durch Prämissen zu vereinfachen:

  1. Transparenz: Der Fortschritt und die Probleme innerhalb eines Projektes werden täglich und für alle Beteiligten transparent festgehalten.
  2. Überprüfung: In regelmäßigen Abständen werden Produktfunktionalitäten geliefert und beurteilt.
  3. Anpassung: Die Anforderungen an das Produkt werden nicht ein und für alle Mal festgelegt, sondern nach jeder Lieferung neu bewertet und bei Bedarf modifiziert.

Im Gegensatz zur klassischen Vorgehensweise im Projektmanagement, in der  Anforderungen gelistet und sich in Lasten- und Pflichtenheften niederschlagen, die dann sukzessive abgearbeitet werden, geht Scrum von einer Vision aus, deren Funktionalitäten aus Anwendersicht entwickelt werden. 


Rollen in Scrum

Bei der Scrum-Vorgehensweise werden verschiedene Rollen definiert, wobei bewusst auf hierarchische Strukturen verzichtet wird. Der Scrum Master überwacht die Arbeitsbedingung und die Einhaltung der Regeln, der Product Owner bildet die Schnittstelle zum Kunden, das Team (zumeist 2-7 Personen) agiert selbstorganisiert, entwickelt das Produkt und ist für die Qualität verantwortlich. Zusammen mit Scrum Master und Product Owner bilden sie das Scrum Team. Anwender, Kunde und Mangement gehören formal nicht zum Scrum Team, sind aber durch die Organisation der Arbeitsbedingungen und durch die Pflicht, ein permanentes Feedback zu liefern, eng in das Projekt eingebunden.

 

Artefakte in Scrum

Für die Steuerung eines Scrum-Projekts, stehen "Artefakte" zur Verfügung. Dies sind Kontrollinstrumente zur Überprüfung zu Fortschritt und Transparenz des Projekts. Scrum-Artefakte sind beispielsweise Product Backlog, Sprint Backlog oder das Inkrement. Alle diese Instrumente dienen letztlich dazu, Arbeitsschritte als „of Done“ zu klassifizieren.


Scrum-Ereignisse

In vier sogenannten „Sprints“ wird ein Scrum-Projekt gesteuert:

  • Sprint Planning Meeting 1
    Hier werden die vordefinierten User Stories vom Product Owner mit dem Team verifiziert, die Anforderungen definiert und die „of Done“-Kriterien festgelegt. Das Team entscheidet hierbei eigenständig, wie viele User Stories im nächsten Sprint abgearbeitet werden. Ziel ist es, ein gebrauchsfertiges, ausführlich getestetes Tool abzuliefern.
  • Sprint Planning Meeting 2
    Eigenständiges Meeting des Entwicklerteams, in dem Detailprobleme und Lösungen besprochen und Aufgaben („Tasks“)vergeben werden. Zusammen mit den User Stories werden sie abgearbeitet.
  • Daily Scrum
    Im Gegensatz zu den wöchentlich stattfindenden Sprint Planning Meetings, ist der Daily Scrum ein kurzer Informationsaustausch über den täglichen Arbeitsfortschritt.
  • Sprint Review
    Scrum sieht am Ende des Spints eine Überprüfung der vereinbarten Ziele vor. Der Product Owner überprüft hierbei, ob die in den Sprint Meetings festgelegten Kriterien erfüllt wurden und ob das Produkt in dieser Form und Funktionalität abgenommen werden kann. In dieser Phase haben auch die User noch einen Einfluss auf das Endprodukt, sei es, das Funktionalitäten noch verbessert oder die Usability noch auf die Bedürfnisse der User angepasst werden muss.

 


Scrum Retrospektive

Die Retrospektive kann am Abschluss eines Projekts stehen oder als eine Phase vor einem erneuten Sprint Planning Meeting. Die Retrospektive bietet den unmittelbar  Beteiligten Gelegenheit, Verbesserungs- und Optimierungsmöglichkeiten auf zu zeigen Probleme interner und externer Natur zu identifizieren, ohne jedoch explizite Kritik an Teammitgliedern zu äußern.

 

Kritik an Scrum

Scrum ist zweifellos ein Ansatz, der gewisse Vorteile zu traditionellen Projektmanagement-Methoden aufweist, es ist aber zumeist ein Trugschluss, durch Scrum ein Projekt schneller und effizienter abschließen zu können. Arbeitstechnisch und organisatorisch weist Scrum gleichermaßen Stärken und Schwächen auf. Am problematischsten ist sicherlich die quasi basisdemokratische Prämisse, die Methode löse einen Selbstlerneffekt bei allen Beteiligten aus sowie die Annahme, auf hierarchische Strukturen im weitesten Sinne verzichten zu können. Diese optimistische Sicht scheitert zumeist an der Realität.